Freitag Abend, eigentlich sah der Plan ja vor, das ich jetzt in diesem Moment irgendwo in den Bergen um Monchique stehe und die Landschaft genieße.
Statt dessen liege ich bei schwülem Nieselwetter zwischen Bergen von Papiertaschentüchern in den Laken, und mein Puls pocht in meinem Kopf wie eine Glocke.
Ich frage mich wirklich weshalb ich hier so anfällig bin, während ich in Deutschland nur selten krank war...
Unerschütterlich und mit bestem Willen doch noch etwas positives aus der Situation zu machen, duschte ich erst einmal so warm wie es die Sonnenkollektoren bei trüben Wetter nur schaffen, bewaffnete mich anschließend mit einer Thermokanne Tee und verkroch mich in meine Laken. Der perfekte Abend um sich endlich einmal Almost Famous in der langen Originalfassung anzusehen.
Ich zählte dieses Werk schon immer zu meinen Lieblings Filmen, aber nun bin ich mir absolut sicher, dass Cameron Crowe hier ein Meisterwerk geschaffen hat.
Die Kino Fassung welche immerhin um 37 Minuten gekürzt wurde, kastriert die ganze Geschichte zu einem kümmerlichen Schatten ihrer selbst.
Obwohl ich ja schon von der Kinofassung sehr begeistert war, hat sich die Schönheit und Magie dieses Films doch ganz neu offenbart.
Also wer mal nicht weiß was an einem lausigen Abend anzufangen...
ich kann diese zweieinhalb Stunden Unterhaltung mehr als empfehlen
Später in der Nacht es muss so gegen zwei Uhr gewesen sein erwachte ich plötzlich, draußen erhellten Blitze in unregelmäßigen Abständen den Nachthimmel über der Algarve und der Donner rollte über die Hügel der Sierra. Und ich wurde wach weil mir Wasser auf den Kopf tropfte. Nicht viel, aber irgendwo hab ich doch noch eine undichte Stelle und ich kann sie einfach nicht finden.
Also schnell Notmaßnahmen gegen Bus interne Überschwemmungen eingeleitet und danach wieder gemütlich weiter schlafen bis zum Mittag. Mal schauen was dieser Tag so für mich bereit hält...

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